Das 4. Mai-Kolleg in der Hasserisgade ist sowohl Wohnheim für 44 Studierende als auch ein lebendiges Denkmal, in dem Alltagsleben, gemeinsame Mahlzeiten und historisches Bewusstsein eng miteinander verbunden sind. Ziel der Sanierung war es, ein technisch stark verschlissenes Gebäude zu erneuern, ohne den Maßstab, die Atmosphäre und die soziale Struktur zu beeinträchtigen, die das Kolleg so besonders machen.
Das Projekt modernisiert das mehr als 70 Jahre alte Gebäude technisch und energetisch, verbessert das Raumklima sowie Bäder, Küchen und Gemeinschaftsräume und verwandelt das Souterrain in neue, helle Aufenthalts- und Aktivitätsräume mit direktem Zugang zu Terrasse und Garten. Mit Respekt vor der Geschichte des Hauses und seinem Charakter der 1950er-Jahre wurde die Sanierung mit Fokus auf Erhalt, Wiederverwendung und langlebige Lösungen durchgeführt, damit das Kolleg auch künftig den Rahmen für ein lebendiges Denkmal für kommende Generationen von Studierenden bildet.
Eine technische und räumliche Aufwertung
Fassaden, Dach und Heizkörpernischen wurden nachgedämmt, während eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung die Luftqualität in den Zimmern und Gemeinschaftsbereichen verbessert. Küchen, Bäder und Zimmer wurden mit robusten, zeitgemäßen Lösungen modernisiert, und neue brand- und schalldämmende Türen erhöhen den Komfort.
In den Fluren schafft eine zurückhaltende Farb- und Materialpalette mit geräucherter Eiche Bezüge zur Entstehungszeit des Hauses. Die Wiederverwendung von Ziegelsteinen, Oberlichtern und Pflastersteinen unterstreicht den ressourcenschonenden Ansatz des Projekts, bei dem die ursprünglichen Bauteile erhalten wurden, sofern Qualität und Zustand dies zuließen.