Die Verlagerung des Kopfbahnhofs Hamburg-Altona nach Diebsteich schaft die einmalige Chance, ein neues, qualitätsvolles und sensibel in den Bestand integriertes Quartier am Übergang zwischen Altona und Ottensen zu entwickeln. Grundlage ist ein einfaches, robustes und anpassungsfähiges Rahmenwerk, das Platz, Park, Stadtbausteine und Busbahnhof als voneinander unabhängige, aber koordiniert weiterentwickelbare Elemente vorsieht. Die städtebauliche Körnung und die Gebäudehöhen orientieren sich präzise am Umfeld, setzen jedoch an ausgewählten Stellen behutsame „Blickpunkte“ statt dominanter Hochhäuser.
Im Zentrum entsteht der Paul-Nevermann-Platz als künftig verkehrsberuhigter Stadtplatz und neues Altonaer Zentrum. Er verbindet Ost-West die Ottenser Hauptstraße mit der Großen Bergstraße und umliegenden Freiräumen, schafft prägnante Sichtbezüge und bietet Raum für Märkte, Feste oder spontane Aneignung. Im Norden flankiert ihn der neue Busbahnhof, der auf bereits versiegelten Flächen entlang der S-Bahn-Trasse minimalinvasiv realisiert wird. Über drei Zugänge sind Bussteige und S-Bahnhof in weniger als 200?m Fußweg erreichbar.
Alle bestehenden Verkehrsachsen werden bearbeitet: Die Präsident-Krahn-Straße wird zur Parkpromenade, der Übergang der Max-Brauer-Allee für Fuß- und Radverkehr deutlich aufgewertet. Die Neue Große Bergstraße übernimmt Anlieferung, Rettungsdienste und Taxenverkehr; eine Quartiersgarage mit Mantelbebauung ersetzt die MIV-Durchfahrt.
Der Nutzungsmix setzt auf flexible Grundrisse, aktive Erdgeschosszonen entlang der Einkaufsstraßen und ergänzt öffentliche Angebote (Sport, Museumstunnel) um dringend benötigten Wohnraum und ergänzende Büroflächen.
Der Freiraum gliedert sich in klar definierte Typen: den präzise proportionierten Stadtplatz, den linearen Gleispark mit Sport- und Erholungsflächen sowie Promenaden und Schmuckplätze. Nachhaltigkeit wird durch klimaangepasste Gestaltung, Baumdach, wasserspeichernde Pflasterung, Regenwasserbewirtschaftung, extensive Wiesenbereiche und grün-blaue Energiedächer sichergestellt. So entsteht ein urbanes Quartier mit hoher Aufenthaltsqualität, sozialer und ökologischer Resilienz.