Als Teil des neuen Gotland Regiments P18 wurde das Restaurant in engem Dialog mit der übergeordneten Struktur und den architektonischen Prinzipien des Standorts entwickelt. Nach dem 2016 von der schwedischen Fortifikationsverket (Fortifikationsbehörde) ausgeschriebenen Architekturwettbewerb, den C.F. Møller Architects gewannen, wurde das Areal unter dem Motto „Camouflage“ gestaltet. Dabei interagieren die Platzierung, die Materialien und die Volumina der Gebäude mit der gotländischen Alvar-Landschaft, dem Kalksteinboden und den vereinzelten Kiefern.
Das Restaurant Hwitstjärna liegt am zentralen Park des Regiments, am Übergang zwischen dem südlichen Fuhrparkbereich und dem nördlichen Kasernenbereich. Hier werden Speisesaal, Multifunktionshaus und Sportfunktionen in einem zusammenhängenden Gefüge vereint, das die täglichen Bewegungsabläufe im Regiment widerspiegelt. Das Gebäude ist für mindestens 700 Gäste in drei Schichten dimensioniert und beherbergt neben dem Speisesaal auch eine Kantine sowie Messe- und Empfangsbereiche für repräsentative Zwecke.
In der Natur verankert
Die Architektur verfeinert das Materialkonzept des Regiments. Ein hell pigmentierter Betonsockel ist im gotländischen Kalksteinboden verankert und verleiht dem Gebäude Schwere und Langlebigkeit. Darüber liegen Fassaden aus wärme- und leinölbehandeltem Holz. Die taktilen und patinierenden Qualitäten des Holzes tragen zu einem warmen, menschlichen Maßstab bei – im Kontrast zu den eher technisch orientierten Gebäuden der Anlage. Die Materialwahl ist robust und auf eine lange Lebensdauer, geringen Wartungsaufwand sowie ein Klima mit starker Sonneneinstrahlung, Wind und Salzeinfluss ausgelegt.
Im Hauptraum des Speisesaals befindet sich das Kunstwerk „The Blue Hour“, ein ortsspezifisches, tiefblaues Gewebe von Katja Beckman Ojala, das die raue Landschaft Gotlands und die Rauken (Kalksteinsäulen) einfängt. Durch die Struktur des Textils und einen glitzernden Horizont verbindet sich das Interieur des Raumes mit der dramatischen Natur der Insel und den dunklen Winternächten.
Die Landschaft um das Restaurant wurde erhalten und durch lokale Bepflanzung ergänzt, um den ökologischen Zusammenhang des Ortes zu stärken und den Bedarf an umfangreichen Geländearbeiten zu reduzieren. Die Ausrichtung des Gebäudes und die Platzierung der Fenster gewährleisten einen guten Tageslichteinfall im Speisesaal und tragen zu einem angenehmen Innenklima für Wehrdienstleistende und Angestellte bei.
Das Restaurant Hwitstjärna ist somit nicht nur ein funktionales Gebäude, sondern ein architektonischer Knotenpunkt, an dem Alltag, Repräsentation, Kunst und Landschaft zu einer Einheit verschmelzen.