WoodHub, C.F. Møller Architects - Interview: Die Gestaltung von WoodHub — Dänemarks größtes Holzgebäude - C.F. Møller. Photo: Rasmus Hjortshøj
Thue Borgen Hasløv, partner & architect, C.F. Møller Architects - Interview: Die Gestaltung von WoodHub — Dänemarks größtes Holzgebäude - C.F. Møller. Photo: Peter Sikker Rasmussen
2.1.2026

Interview: Die Gestaltung von WoodHub — Dänemarks größtes Holzgebäude

Partner und Architekt Thue Borgen Hasløv teilt seine Perspektiven zur Gestaltung von Dänemarks größtem Holzgebäude.

 

WoodHub in Odense ist weit mehr als nur ein staatlicher Bürostandort; es ist ein wegweisendes Pilotprojekt für nachhaltiges Bauen im großen Maßstab. Mit 31.000 m² Fläche und Platz für 1.600 Mitarbeitende markiert das Gebäude ein neues Kapitel im dänischen öffentlichen Bauwesen. Thue Borgen Hasløv, Partner und Architekt bei C.F. Møller Architects, reflektiert hier über die Lehren, die den Weg in eine neue Ära der Architektur weisen.

Thue Borgen Hasløv, partner & architect, C.F. Møller Architects - Interview: Die Gestaltung von WoodHub — Dänemarks größtes Holzgebäude - C.F. Møller. Photo: Peter Sikker Rasmussen

Strategische Materialwahl: Warum Massivholz?
Die Entscheidung für Holz wurde durch das Ziel getrieben, den ökologischen Fußabdruck des Gebäudes massiv zu reduzieren. WoodHub verfügt über eine nachweislich CO₂-arme Struktur, die die Emissionen über einen Lebenszyklus von 50 Jahren im Vergleich zu herkömmlichen Bauweisen um 5.400 Tonnen senkt.


„Holz besitzt eine doppelte Qualität“, erklärt Hasløv. „Es speichert Kohlenstoff und verbessert die CO₂-Bilanz des Gebäudes, während es gleichzeitig ein warmes, gesundes Raumklima schafft. Durch die Kombination von Brettschichtholz (Glulam) und Brettsperrholz (CLT) erreichen wir sowohl die erforderliche Tragfähigkeit als auch eine hohe sensorische Qualität.“

WoodHub, C.F. Møller Architects - Interview: Die Gestaltung von WoodHub — Dänemarks größtes Holzgebäude - C.F. Møller. Photo: Rasmus Hjortshøj

Innovation im großen Maßstab: Von der Vision zur Realität
WoodHub beweist, dass der Baustoff Holz nicht auf kleine Projekte beschränkt ist, sondern auch komplexe öffentliche Großbauten tragen kann:


• Technische Präzision: Das Bauen mit Holz in dieser Größenordnung erfordert präzise Planung, modulares Design-Denken und eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit.
• Flexible Struktur: Ein unterzugsfreies Holzsystem ermöglicht die zukünftige Neukonfiguration der Innenräume. Hasløv betont: „Langlebigkeit ist vielleicht das klimafreundlichste Merkmal von allen.“
• Materialintelligenz: Während das Tragwerk zur maximalen CO₂-Reduktion aus Holz besteht, ist die Fassade aus wartungsfreiem Recycling-Aluminium gefertigt.

WoodHub, C.F. Møller Architects - Interview: Die Gestaltung von WoodHub — Dänemarks größtes Holzgebäude - C.F. Møller. Photo: Rasmus Hjortshøj

Architektur für Menschen: Atmosphäre und urbaner Kontext
Für C.F. Møller Architects sind Atmosphäre und Nutzererfahrung entscheidend für den architektonischen Erfolg.


"Wenn man WoodHub betritt, spürt man sofort das Material – seinen Duft, seine Wärme und sein wechselndes Erscheinungsbild mit dem Licht und den Jahreszeiten. Es verleiht dem Gebäude einen lebendigen Charakter," sagt Hasløv.

Das Design ist sorgfältig in den städtebaulichen Kontext von Odense integriert:

• Urbane Integration: Das Gebäude ist in der Höhe abgestuft, um sich der Umgebung anzupassen. Die rotbraune Aluminiumfassade spiegelt die Farbtöne der traditionellen Ziegelarchitektur der Stadt wider.

• Natur am Arbeitsplatz: Grüne Innenhöfe, Dachterrassen und ein zentrales Atrium fördern die Biodiversität und das Wohlbefinden der Mitarbeiter, indem sie Räume für Begegnung und Wissensaustausch schaffen.

Ein Signal für die Zukunft
WoodHub beweist, dass Klimaverantwortung, architektonische Qualität und Budgetvorgaben nebeneinander bestehen können. Es setzt einen entscheidenden Maßstab für das nachhaltige Bauen der Zukunft.
Abschließend erklärt Hasløv: "Öffentliche Gebäude sollten mit gutem Beispiel vorangehen. WoodHub zeigt, dass sich diese Ziele gegenseitig verstärken, statt im Widerspruch zueinander zu stehen".

WoodHub, C.F. Møller Architects - Interview: Die Gestaltung von WoodHub — Dänemarks größtes Holzgebäude - C.F. Møller. Photo: C.F. Møller Architects

WoodHub Key Facts
• Größe: 31.000 m²
• Kapazität: 1.600 Mitarbeiter aus acht Regierungsbehörden
• CO₂-Reduktion: 5.400 Tonnen über 50 Jahre
• Hauptmaterialien: Holz (Brettschichtholz/CLT) und Recycling-Aluminium
• Projektpartner: C.F. Møller Architects in Zusammenarbeit mit NCC und Artelia für die dänische Bau- und Immobilienbehörde (Bygningsstyrelsen)

 

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