B-One, C.F. Møller Architects - Interview: Julian Weyer über das Design von B-One - C.F. Møller. Photo: Franz Brück
B-One, C.F. Møller Architects - Interview: Julian Weyer über das Design von B-One - C.F. Møller. Photo: Franz Brück
28.1.2026

Interview: Julian Weyer über das Design von B-One

Der Partner und Architekt von C.F. Møller Architects, Julian Weyer, gibt Einblicke in den Entwurf des neuen klima- und menschenorientierten Bürogebäudes für die Immobilienbank Berlin Hyp.

 

C.F. Møller Architects hat mit B-One ein neues Bürogebäude für Berlin Hyp an der Budapester Straße 1 in Berlin realisiert und nordische Gestaltungsprinzipien in einen dichten urbanen Kontext übertragen. Das Projekt ist inzwischen mit DGNB Platin und Diamant zertifiziert und verbindet klimabewusste Strategien mit flexiblem Arbeitsplatzdesign. Damit positioniert es sich als zeitgemäßes Modell für Unternehmensarchitektur in der deutschen Hauptstadt.


Das elfgeschossige Gebäude wurde konzipiert, um Mitarbeitende von Berlin Hyp und der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) unter einem Dach zu vereinen. Es vervollständigt einen bestehenden Blockrand am Rand der City West nahe dem Landwehrkanal und der Corneliusbrücke. Seine gestufte Form reagiert auf das städtebauliche Umfeld, indem sie von einer Höhe von 45 Metern zur benachbarten historischen Villa hin abtreppt und begrünte Terrassen vom Dach bis zur Straße ausbildet.

Julian Weyer, partner & architect, C.F. Møller Architects - Interview: Julian Weyer über das Design von B-One - C.F. Møller. Photo: Mew

„Unser Anspruch war es, über die traditionelle Unternehmensarchitektur hinauszugehen“, sagt Julian Weyer. „Das Gebäude integriert Klimaleistung, Flexibilität und Wohlbefinden als zentrale architektonische Leitmotive statt als technische Ergänzungen.“


Die terrassierte Kubatur spiegelt den nordischen Ansatz des Büros wider und betont die Beziehung zwischen Architektur und Landschaft. Zugängliche Außenräume sind im gesamten Gebäude integriert und erweitern den Arbeitsplatz ins Grüne, wo Mikroklimata den Nutzerkomfort verbessern.

B-One, C.F. Møller Architects - Interview: Julian Weyer über das Design von B-One - C.F. Møller. Photo: Franz Brück

Klimabewusstsein
Die ökologische Performance prägte den Entwurf von Beginn an. Im Vergleich zum Vorgängerbau reduziert B-One den Energieverbrauch um mehr als 50 Prozent durch eine Kombination aus passiven und aktiven Strategien, darunter selbstverschattende Fassadenelemente, in ein Natursteinraster integrierte Photovoltaik, Geothermie sowie Betonkernaktivierung.


Ein dezentrales hybrides Lüftungssystem ermöglicht es den Nutzern, zwischen fassadenintegrierter mechanischer Lüftung und natürlicher Fensterlüftung zu wählen, wodurch sowohl Energieeffizienz als auch individuelle Steuerung unterstützt werden. Regenwasser wird über die begrünten Terrassen gesammelt und wiederverwendet, sodass das gesamte Niederschlagswasser vollständig innerhalb der landschaftlichen Infrastruktur des Gebäudes bewirtschaftet wird.

B-One, C.F. Møller Architects - Interview: Julian Weyer über das Design von B-One - C.F. Møller. Photo: Franz Brück

Zukunftsfähig durch Flexibilität
Im Inneren basiert das architektonische Konzept auf flexiblen, aktivitätsbasierten Arbeitsumgebungen. Ein mehrgeschossiger „Town Hall“-Bereich bildet das soziale Zentrum des Gebäudes mit einer markanten Treppe und integrierten Sitzstufen für informelle Treffen, Veranstaltungen und Zusammenarbeit. Von hier aus folgen doppelhohe Räume der gestuften Gebäudeform nach oben und verbinden unterschiedliche Aktivitätszonen mit Außenbereichen.


„Flexibilität bedeutet mehr als verschiebbare Wände“, sagt Weyer. „Es geht darum, räumliche Vielfalt zu schaffen, die sich an verändernde Anforderungen am Arbeitsplatz anpassen kann.“

 

Mit rund 19.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche auf 13 Ebenen, darunter zwei Untergeschosse mit umfangreichen Fahrradstellplätzen und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, fördert das Gebäude zudem nachhaltige Mobilität. Öffentlich zugängliche Galerieräume im Erdgeschoss erweitern das Programm in den urbanen Raum und unterstützen kulturelles Engagement.


Für Weyer zeigt B-One, wie Klimaambition die architektonische Identität prägen kann, statt sie einzuschränken. „Klimafreundlichkeit, Flexibilität und architektonische Qualität sind keine konkurrierenden Ziele“, sagt er. „Von Beginn an integriert, stärken sie sich gegenseitig.“

 

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